von Manfred Werner
Konstanz / Bodensee, Füssen / Forggensee, Schlehdorf / Kochelsee, Prien / Chiemsee, Berchtesgaden / Königssee
Hajo Mühlhoff bat uns, doch mal für ein Wochenende zum Bodensee zu kommen. 1000 km für ein Wochenende war mir zu viel, also vereinbarte ich, Corina und Hajo dort zu besuchen und anschließend eine Urlaubsreise ins Allgäu und dem Voralpenland zu machen. Vor einigen Jahren habe ich diese wunderschöne Reise schon einmal mit dem Fahrrad gemacht. Und wieder gingen am Stammtisch die Hände hoch „da fahren wir mit!“ Also war die Sommer-Seen-Tour 2026 mit sieben Oldtimern geboren.
Vom 13. bis 28. Juni 2026 fand die Tour statt. Der Wettergott meinte es gut mit uns und so starteten wir samstags um 9 Uhr von der Bundeskunsthalle aus. Steins im 111er 250er Coupe, Gies` im 107er 300 SL , Werners in der kleinen 110er 230er Flosse und in Bad Breisig stießen Martin und Gisela mit der großen 111er 230er Flosse zu uns. Heints´ im 108er 250er SE und Werner Ottersbach (Otti) mit Ute im kleinen Bus 0 319 waren schon vorher unterwegs, wegen der Messe in Friedrichshafen, zu der Otti vom Veranstalter wegen seines Busses eingeladen war. Hajo Mühlhoff und Corina waren mit dem 107er 280 SL schon vor Ort am Bodensee, weil Corina am Bodensee in Konstanz lebt. Am Begrüßungsabend trafen wir uns auf der Terrasse des „Constanzer Brauhauses“ zum Abendessen.

Am Folgetag hatten wir eine Stadtführung in Konstanz. Wegen einer Bombendrohung in dem Teil “klein Venedig“ konnten wir den Bereichen der Stadt mit Hafen und „Konzil“ nicht besuchen, sondern wurden vom Geburtshaus des Grafen Zeppelin (einem echten Konstanzer) einem ehemaligen Dominikanerkloster, in einen anderen Stadtteil geführt.
Dabei schlenderten wir durch Gassen mit Häusern aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Nach dem Bummel setzten wir mit der Fähre nach Meersburg über und spazierten noch eine halbe Stunde zu einer Weinguts-Terrasse, auf der wir unser Abendessen einnahmen.
Am nächsten Tag in Konstanz unternahmen wir eine Ausfahrt in die Schweiz, ins Appenzeller Land. An der Landesgrenze trafen wir MBIG-Freunde aus Wangen. Mit drei weiteren Fahrzeugen ging es in Serpentinen den Berg hoch zur Hütte „St. Anton“. Der Weg dorthin bescherte uns fantastische Ausblicke auf den Bodensee und hinter der Gaststätte beeindruckende Aussicht auf den „Säntis“, 2000 m mit Schneekuppe. Über St. Gallen fuhren wir mit Zwischenstopp zurück nach Konstanz.

Den letzten Tag in Konstanz verbrachten einige von uns auf dem Wasser. Corina lebt in Konstanz und hat dort eine 13 m lange Segelyacht. Mit neun Personen schipperten wir Nachmittags auf dem Bodensee. Wir kreuzten in der Bucht vor Konstanz. Auch ein kleiner „Niesel“ konnte uns die Freude nicht verderben. An Bord gab es unterwegs Kaffee und Kuchen. Die restliche Gruppe empfing uns im Yachthafen von Konstanz. Mit
dem dortigen Abendessen beendeten wir drei schöne Tage am Bodensee. Mittwoch setzten wir die Reise fort nach Füssen.

Im Gruppetto fuhren wir mit der Fähre nach Meersburg und über die nördliche Bodensee Seite Richtung Lindau. Am Ende vom Bodensee drehten wir eine unnütze, aber schöne Schleife durch die Bergwelt von Immenstadt. Wieder eingenordet ging es weiter über Land- und Schnellstraßen nach Füssen. Im „Best Western Plus“ Hotel
fanden wir eine schöne Bleibe für die nächsten zwei Nächte.
Da wir keine Karten für Schlösser mehr bekommen hatten, streiften wir morgens durch die schöne Innenstadt von Füssen. Unsere Damen konnten eifrig Schoppen und wir Männer ein spritziges Bier trinken. Der größte Teil der Gruppe machte sich danach auf den Weg zum Lech-Wasserfall. Der an dieser Stelle breite Lech fällt über drei Stufen ab, um dann hinter der Brücke als schmales Rinnsal zwischen hohen Felswänden zu verschwinden. Später fließt der Lech durch den Forggensee, den wir nachmittags mit der „Allgäu“ umrundeten. Das Abendessen genossen wir wieder auf der sehr schönen Hotel-Terrasse.



Am folgenden Tag steuerten wir den Kochelsee über Halblech und Steingaden an.
Wenige km auf einer Stichstraße brachten und zur „Wies“, die Kirche ist Weltkulturerbe mit Barock vom Feinsten. Im davor liegenden Biergarten stärkten wir uns und Weltkulturerbe danach besichtigten wir dieses wunderbare barocke Kleinod. Weiter führte der Weg durch das Murnauer Moos, das größte lebende Naturmoos in Europa. Über Murnau und Bad Kohlgrub kamen wir nach Schlehdorf am Kochelsee. Der beim See gelegene „Klosterbräu“ beherbergte uns für drei Nächte. Der Abend klang bei einem guten, deftigen Abendessen im Biergarten aus. Da uns das Essen gut gemundet hatte, reservierten wir für den nächsten Abend die bayerisch-kroatische Küche erneut.


Gisela, Corina und Manfred H. stürzten sich am nächsten Morgen nach dem Frühstück in die ca. 17° kalten Fluten des Sees. Bei der anschließenden Ausfahrt fuhren wir nur mit 2 PKWs und Werners 319er – Bus. So sparten wir Sprit und taten etwas für die Umwelt.
Es ging hoch ins Murnauer Moos nach Murnau am Staffelsee, Kohlgrub und zurück hinunter nach Oberammergau. Wir spazierten die Ammer entlang in den Ortskern und bestaunten die wunderschönen Lüftelmalereien an vielen Hauswänden. Im Festspielhaus wird erst 2030 (alle 10 Jahre) wieder die „Kreuzigung“ gespielt, bei der halb Oberammergau als Laien mitspielt. Nach einem weiteren Kaufrausch der Damen und einem Zwischenstopp am Kloster Ettal im „Pfaffenwinkel“, trafen wir mit ein paar Orientierungsfehlern doch noch in Schlehdorf ein.

Der letzte Tag am Kochelsee, an dem auch noch andere das kalte Wasser nicht scheuten, versuchten wir den höher gelegenen Walschensee zu umrunden. Zwischen Kochel- und Walchensee liegen im Berg weithin sichtbare Rohre, in denen das Wasser hochgepumpt wird und beim herab laufen in Turbinen Strom erzeugt. Mit der Umrundung klappte es nicht ganz, so befuhren wir eine Mautstraße oberhalb des Sees bis in die Jachenau, kehrten dort ein und fuhren wieder zurück über die Mautstraße, an der einige Parkplätze für die vielen Badenden an diesem Ufer vorhanden waren.

Montag setzten wir die Reise zum ca. 130 km entfernten Chiemsee fort. Über Kochel und Bad Tölz gelangten wir zum Tegernsee. Wir drehten eine Ehrenrunde um den See und machten im Tegernseer „Braustüberl“ eine Pause. Ein kurzes Stück Promenade, vorbei am Eissalon und weiter ging es über Gmund zum Schliersee. Das Bauernmuseum von Wasmeier ließen wir wegen der Pause am Tegernsee aus. Ab Bayrischzell fuhren wir über den Tazelwurmpass ins Inntal. Auf dem Pass hatten wir in 1000 m Höhe herrliche Ausblicke auf das Skigebiet Sudelfeld. Die Passstraße ist eine Berg-Rennenstrecke. Unten, im Tal, nahmen wir per Zufall eine abenteuerliche Mautstraße paralell zur Autobahn. Eine wunderschöne, schattige Waldstraße neben einem Bachlauf brachte uns jä zu einer Natur-Tunnelröhre mit 18% steilem, geradem Gefälle.
Im Moment der Einfahrt schlug mein Herz schneller, aber die wunderschöne, etwa 200-300 m lange Röhre bereitete ein tolles Fahr-Erlebnis. Am Ende der Straße zahlten wir dafür gerne bei einer jungen, freundlichen Frau die Mautgebühr von 4 €. Über beruhigte Landstraßen kamen wir nach Prien am Chiemsee. Gleich am Hafen lag unser Hotel. Insgesamt 3 Häuser von „älterer Schönheit“, aber sonst war alles in Ordnung, Zimmer und unsere Parkplätze.

Am folgenden Tag bestiegen wir die „Edeltraud“ und machten eine westliche See-Rundfahrt, vorbei an Herrenchiemsee zur Fraueninsel. Wir umrundeten zu Fuß die Insel mit einer Einkehr bei einem Fischer. Leider gab es keinen Steckerlfisch, aber dafür andere Fischspezialitäten. Nach der Besichtigung der Klosterkirche brachte uns ein anderes Schiff wieder zurück nach Prien. Zum Abendessen wechselten wir hier immer die Lokalitäten und hatten immer Glück.

Wegen der hohen Temperaturen umrundeten wir den See nicht mit dem Auto. Wir fuhren 1. Klasse (Plüsch) mit der grünen Chiemsee – Bahn vom Hafen zum Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Rosenheim. Ein Einkaufsbummel mit mehreren Kleidereinkäufen und das Hauptquartier von den „Rosenheim Cops“ waren unsere
Beute. Donnerstag steuerten wir unser 5. und letztes Ziel an. Über Bernau und die B 305 ging es nach Schneitzelreuth und Berchtesgaden. Das Hotel „Kronprinz“ auf der Höhe, am Soleleitungsweg, bot unseren Fahrzeugen einen kühlen Tiefgaragenplatz, hier konnten sie drei Tage auskühlen.


Für den nächsten Tag war ein Ausflug an den Königssee geplant. Da Ute nicht laufen konnte, bestellte ich eine Planwagenkutsche zum See. Beim Treffpunkt am Bahnhof erwartete uns bereits Herr Stangassinger mit zwei schwarzen, kräftigen Kaltblütern.
Annelie durfte beim Kutscher auf dem Bock sitzen und los ging die Fahrt an der Ache entlang zum Königssee. Zwischendurch gab es vom Kutscher einen leckeren „Stamperl-Stop“, dann brachte er uns bis vors Schiff. Wir stiegen um und schipperten über den Königssee mit Echostopp. Unsere nette Schiffsbegleitung erklärte uns in angenehmer Weise Episoden vom See. Nach einer Stärkung ging es über den See zurück zur „Seelände“ und weiter mit dem Bus nach Berchtesgaden


Am letzten Tag wanderten wir als kleine Gruppe über den „Soleleitungsweg“, einen teils an den Fels gebauten, senkrecht abfallenden Steig. Der alte Steig war früher für den Salztransport vom Bergwerk Berchtesgaden nach Bad Reichenhall gebaut worden.
Oberhalb im Ort begegneten wir einer „hungrigen“ großen Ziegenschar, die uns aus der Hand fraß und bis zum Gatterende folgte. Abwärts führte ein Skulpturenweg zum Schlossplatz. Nach einem Bummel im Ort und einem Kaffee auf dem Dach des Hotels Edelweiß“ (6. Etage mit wunderschöner Weitsicht), beendeten wir den Abend im
„Goldenen Bären“ bei Päpi.

Am Sonntag traten wir eine getrennte Heimreise an. Alle sind wieder gesund zu Hause angekommen!
Köpfe der Sommer-Seen-Tour 2026:



