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Baujahre 1995 bis 1998

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Zur Frankfurter IAA im September 1995 präsentierten sich die SL-Modelle optisch und technisch aktualisiert. Die modellgepflegten Varianten zeichneten sich durch ein verändertes Karosserie-Design, eine reichhaltigere Serienausstattung und perfektere Technik aus. Das Karosserie-Design wurde nur geringfügig modifiziert. Neugestaltete Front- und Heckstoßfänger, farblose Deckgläser an den vorderen Blinkleuchten und der dezent veränderte Kühlergrill mit nurmehr sechs Lamellen ließen den SL noch dynamischer erscheinen. Die Seitenwandverkleidungen waren, wie auch die Stoßfänger, nicht mehr in Kontrastfarbe, sondern in Wagenfarbe lackiert und wiesen geänderte Entlüftungsöffnungen auf, die ein markantes Erkennungsmerkmal der modellgepflegten Typen darstellten. Weitere Neuerungen waren die einheitlich rot erscheinenden bichromatischen Heckleuchten und neue Leichtmetallräder im 12-Loch-Design, mit denen alle SL-Typen serienmäßig ausgestattet wurden. Auf Wunsch stand außerdem ein Glasdach mit Sonnenrollo zur Verfügung, das anstelle des üblichen Aluminium-Hardtops montiert werden konnte. Im Innenraum wurden Türverkleidungen, Lenkrad und Sitzdesign modifiziert.

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Scheinwerfer mit Xenon-Gasentladungslampen, die wenige Monate zuvor erstmals in der neuen E-Klasse vorgestellt worden waren, waren nun auch in der SL-Klasse lieferbar. Gegenüber herkömmlichen Halogen-Scheinwerfern erreichen die neuen Xenonlampen die doppelte Lichtstärke und sorgen damit für eine bessere und hellere Ausleuchtung der Fahrbahn. Eine dynamische Leuchtweitenregulierung verhindert dabei eine Blendung des Gegenverkehrs. Eine Weltneuheit wurde gleichzeitig bei der SL-Klasse und der S-Klasse eingeführt. Als erster Automobilhersteller konnte Mercedes-Benz einen Tempomat für Tempo-30-Zonen präsentieren, mit dem die modellgepflegten SL-Typen serienmäßig ausgestattet wurden.

Weitere technische Verbesserungen betrafen die Motoren und das Getriebe der Typen SL 500 und SL 600. Bei beiden Modellen kam ab September 1995 ein völlig neu entwickeltes 5-Gang-Automatikgetriebe mit Wandler-Überbrückungskupplung zum Einsatz, das das seitherige Getriebe mit hydraulischer Steuerung ablöste. Kernstück dieses technischen Wunderwerks ist eine elektronische Getriebesteuerung, die das Schaltverhalten schnell und selbsttätig jeder Fahrsituation anpasst und mit der elektronischen Motorsteuerung in permanentem Datenaustausch steht. Abgesehen von diesen richtungweisenden Neuerungen, ist das neue Automatikgetriebe auch deutlich kompakter und leichter als vergleichbare Getriebe mit fünf Fahrstufen. Die Motoren wurden zur weiteren Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der Schadstoff-Emissionen nochmals überarbeitet. Der 5,0-l-V8-Motor erhielt zu diesem Zweck eine modifizierte Kurbelwelle, eine optimierte Ventilsteuerung, gewichtserleichterte Kolben, Einzelzündspulen für jeden Zylinder sowie eine verbesserte elektronische Motorsteuerung vom Typ Motronic ME 1.0. Die konstruktiven Änderungen am V12-Motor fielen weniger umfangreich aus und betrafen lediglich die Zündspulenanordnung und die elektronische Motorsteuerung. Infolge der verschiedenen Modifikationen am Motor und der Verwendung des neuen Automatikgetriebes konnte der Kraftstoffverbrauch der Typen SL 500 und SL 600 bei unveränderter Leistung um 10 % reduziert werden.

Ebenfalls ab September 1995 stand für beide Modelle das “Elektronische Fahrstabilitäts-Programm ESP” zur Verfügung, das den Fahrer bei Fahrfehlern unterstützt, indem es sensorgesteuert durch gezielten Bremseingriff dem instabilen Moment entgegenwirkt und damit zur Fahrsicherheit beiträgt. Beim SL 500 war das ESP auf Wunsch erhältlich, beim Zwölfzylinder gehörte es seither zur Serienausstattung.

Ab Juni 1996 war das neue Automatikgetriebe mit elektronischer Steuerung auch für die Sechszylindermodelle SL 280 und SL 320 lieferbar – bei der 2,8-l-Variante auf Wunsch, beim SL 320 dagegen als Serienausstattung. Ab Dezember 1996 konnten die mit diesem Getriebe bestückten Sechszylinder-SL-Typen auch mit dem Fahrdynamik-System ESP ausgestattet werden. Gleichzeitig kam als Weltneuheit eine weitere Verbesserung zum Einsatz, die ebenfalls der aktiven Sicherheit dient: der Bremsassistent, der ab Dezember 1996 serienmäßig in alle Modelle der Baureihen 129 und 140 eingebaut wurde. Der Bremsassistent BAS ist in der Lage, Notbremsungen zu erkennen und bei Bedarf automatisch und in kürzerer Zeit als bisher die maximale Bremskraftunterstützung aufzubauen. Der Bremsweg des Fahrzeugs wird dadurch entscheidend verkürzt. Anfang April 1998 wurde das Elektronische Stabilitäts-Programm bei den Modelle SL 500 und SL 60 AMG in den serienmäßigen Ausstattungsumfang übernommen.

Quelle: Daimler-Benz Classic

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